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Volksinitiative „Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz“ (Trinkwasserinitiative)

Die Schweiz wird gemeinhin auch «Wasserschloss Europas» genannt dank ihrem Reichtum an Seen und Flüssen. Wir haben das Privileg, sauberes Trinkwasser direkt vom Wasserhahn zu geniessen, meist gar nicht oder höchstens einmal aufbereitet.

Um diese Wasserqualität zu schützen, wurde die Initiative ergriffen. Die Trinkwasserinitiative ist umfassend und es geht dabei um sehr viel mehr als nur unser Trinkwasser.

Ausgangslage

Die Schweiz verfügt über umfangreiche Wasserressourcen, welche eine gute Qualität aufweisen. Jedoch wird diese gerade in Regionen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung durch Rückstände der Dünger- und Pflanzenschutzmittel gefährdet.

Dies, obwohl in der Schweiz strenge Regeln gelten und erst eine «Bekämpfungsschwelle» erreicht sein muss, um ein Mittel jeglicher Art einzusetzen. Dabei ist ein Drittel der eingesetzten Mittel natürlicher Herkunft. Der Einsatz dieser Mittel wird weiter reguliert durch Vorschriften über die Tageszeit, das Wetter, das Stadium des Wachstums, dem Abstand zu Oberflächengewässer und der Mindestwartefrist bis zur Ernte. In der Schweiz werden heute jährlich 1-2% der Proben beanstandet, da nach der Ernte nicht lange genug mit dem Spritzen gewartet wurde (zum Vergleich: bei Importen aus dem asiatischen Raum werden 30% beanstandet). Es ist im Interesse der Schweizer Landwirte, so tiefe Werte wie möglich zu erzielen, wobei durch immer genauere Analysetechniken der Wert nie auf 0 gesenkt werden kann (indessen die Verunreinigungen aber nicht zwingend auf eine Behandlung zurückzuführen sind). Die Schweizer Bauern sollten dabei im Umgang mit Pflanzenschutzmittel den Grundsatz «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» befolgen.

Bauern erhalten die Direktzahlungen vom Staat schon heute nur nach der Erfüllung einer Reihe von Anforderungen. So bekommen Landwirte beispielsweise nur bis 65 Jahre Direktzahlungen und nur sofern sie die landwirtschaftliche Ausbildung absolviert haben. Die Beiträge können in sieben Kategorien unterteilt werden und sind sehr umfassend. Sie dienen dem Erhalt der natürlichen Tier- und Lebensraumvielfalt, der Versorgungssicherheit mit Nahrung, der Förderung schützenswerter Landschaften, als auch den Bürgerinnen und Bürger sowie dem Tourismus. Ferner erfolgen auch Beitragszahlungen zur Verbesserung der nachhaltigen Nutzung unserer Ressourcen.

Was wird geändert?

Wird die Initiative angenommen, werden die Bedingungen, um Direktzahlungen zu erhalten, verschärft.

Landwirte erhalten Direktzahlungen nur noch, wenn sie…

  • …einen Teil ihres Grundstücks für den Schutz der Artenvielfalt bereitstellen;
  • …ohne den Einsatz von Pestiziden produzieren;

…die Tiere mit selbstproduziertem Futter ernähren, damit weniger Dünger produziert wird;

… und Antibiotika nicht präventiv oder regelmässig verwenden.

Auswirkungen

Agroscope, eine unabhängige und neutrale Institution, führte zwei Studien zu den Auswirkungen des neuen Gesetzes durch. Zum einen ermittelten sie die Auswirkungen auf die Umwelt und kamen zum Schluss, dass die Belastung der Gewässer mit Pestiziden reduziert und gleichzeitig die Biodiversität in der Schweiz leicht gesteigert werden könnte. Auf der anderen Seite würden jedoch die negativen Belastungen auf die Umwelt im Ausland durch den vermehrten Import zunehmen.

In einer weiteren Studie ermittelten die Autoren durch verschiedene Szenarien die möglichen Konsequenzen für die Wirtschaft und Agrarstruktur. Sie halten fest, dass es gerade für intensivere Landwirtschaftsbetriebe wie Schweine- und Geflügelbetriebe profitabler sein wird, auf Direktzahlungen zu verzichten. Dadurch würden diese Betriebe zwar keine Direktzahlungen mehr erhalten, könnten im Gegenzug jedoch unter stark verminderten ökologischen Vorgaben weiterproduzieren. Die Berechnungen ergaben, dass die bereits heute intensiv bewirtschaftenden Betriebe sich noch mehr intensivieren, wohingegen extensive Betriebe sich an die neuen Anforderungen anpassen würden und noch extensiver anbauen und bewirtschaften würden. Je nach Szenario würden somit 70-92% aller offenen Ackerflächen in der Schweiz pestizidfrei bewirtschaftet werden.

Jedoch dürfte die landwirtschaftliche Produktion sowie der Selbstversorgungsgrad rückläufig werden, weshalb vermehrt Nahrungsmittel in die Schweiz importiert werden muss.

Schliesslich werden einhergehend mit dem Rückgang der inländischen Produktion die Preise für inländische Produkte ansteigen.

ytitel>Argumente der Befürworter

Ein grosses Anliegen der Initianten sind die Konsequenzen der Pestizide in unserem Trinkwasser. Demnach konsumieren eine Million Einwohner Trinkwasser, welches die Grenzwerte für Pestizide überschreite und somit unsere Gesundheit gefährde.

Ein weiteres Argument ist das Antibiotika, welches wir durch das Trinkwasser sowie die Nahrung aufnehmen. Dadurch würde der Mensch eine Resistenz dagegen entwickeln und auf künftige medizinische Therapien nicht mehr ansprechen. Die Antibiotika gelangen via Gülle und Mist von den Tieren auf die Felder und von dort in unser Essen.

Schliesslich heben die Befürworter die giftige Wirkung von Nitrat in unserem Trinkwasser hervor. Sie führen dies zurück auf den künstlich erhöhten Bestand der Tiere, welcher erst durch Futterimporte ermöglicht werde. In der Folge komme es zu einem Überschuss an Gülle und schliesslich zu Nitrat im Trinkwasser, wobei Nitrat als krebserregend gilt.

Argumente der Gegner

Gemäss den Gegnern der Trinkwasserinitiative seien bei einer Annahme rund 160'000 Arbeitsplätze in verschiedensten Branchen der Schweiz direkt betroffen. Gerade in Rand- und Bergregionen müsse man mit einem enormen Strukturwandel rechnen.

Weiter werden Schweizer Eier, Schweinefleisch und Poulet zu Luxusprodukten oder gar ganz verschwinden. Gerade die Schweine- und Geflügelproduktion seien sehr intensiv und werden stark eingeschränkt, wodurch die Kosten in die Höhe getrieben werden.

Der Anteil einheimischer Lebensmittel werde um 30% sinken, da das Risiko eines Ernteausfalls für die Landwirte stark steige und diese z.T. nicht bereit seien, dieses Risiko einzugehen.

Und schliesslich argumentieren die Gegner, dass die Umweltbelastung nicht gesenkt, sondern im Gegenteil gesteigert werde. Dies, da es sich für viele Bauern mehr lohne, auf Direktzahlungen zu verzichten, sodass sie sich nur an einige wenige Vorschriften halten müssen. Dadurch werden die Fortschritte beispielsweise in der Biodiversität wettgemacht, da Bauern keine Rücksicht auf die Artenvielfalt auf ihrem Grundstück mehr nehmen.Die Schweiz wird gemeinhin auch «Wasserschloss Europas» genannt dank ihrem Reichtum an Seen und Flüssen. Wir haben das Privileg, sauberes Trinkwasser direkt vom Wasserhahn zu geniessen, meist gar nicht oder höchstens einmal aufbereitet.

  • Um diese Wasserqualität zu schützen, wurde die Initiative ergriffen. Die Trinkwasserinitiative ist umfassend und es geht dabei um sehr viel mehr als nur unser Trinkwasser.

    Ausgangslage

    Die Schweiz verfügt über umfangreiche Wasserressourcen, welche eine gute Qualität aufweisen. Jedoch wird diese gerade in Regionen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung durch Rückstände der Dünger- und Pflanzenschutzmittel gefährdet.

  • Dies, obwohl in der Schweiz strenge Regeln gelten und erst eine «Bekämpfungsschwelle» erreicht sein muss, um ein Mittel jeglicher Art einzusetzen. Dabei ist ein Drittel der eingesetzten Mittel natürlicher Herkunft. Der Einsatz dieser Mittel wird weiter reguliert durch Vorschriften über die Tageszeit, das Wetter, das Stadium des Wachstums, dem Abstand zu Oberflächengewässer und der Mindestwartefrist bis zur Ernte. In der Schweiz werden heute jährlich 1-2% der Proben beanstandet, da nach der Ernte nicht lange genug mit dem Spritzen gewartet wurde (zum Vergleich: bei Importen aus dem asiatischen Raum werden 30% beanstandet). Es ist im Interesse der Schweizer Landwirte, so tiefe Werte wie möglich zu erzielen, wobei durch immer genauere Analysetechniken der Wert nie auf 0 gesenkt werden kann (indessen die Verunreinigungen aber nicht zwingend auf eine Behandlung zurückzuführen sind). Die Schweizer Bauern sollten dabei im Umgang mit Pflanzenschutzmittel den Grundsatz «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» befolgen.
  • Bauern erhalten die Direktzahlungen vom Staat schon heute nur nach der Erfüllung einer Reihe von Anforderungen. So bekommen Landwirte beispielsweise nur bis 65 Jahre Direktzahlungen und nur sofern sie die landwirtschaftliche Ausbildung absolviert haben. Die Beiträge können in sieben Kategorien unterteilt werden und sind sehr umfassend. Sie dienen dem Erhalt der natürlichen Tier- und Lebensraumvielfalt, der Versorgungssicherheit mit Nahrung, der Förderung schützenswerter Landschaften, als auch den Bürgerinnen und Bürger sowie dem Tourismus. Ferner erfolgen auch Beitragszahlungen zur Verbesserung der nachhaltigen Nutzung unserer Ressourcen.

    Was wird geändert?

    Wird die Initiative angenommen, werden die Bedingungen, um Direktzahlungen zu erhalten, verschärft.

  • Landwirte erhalten Direktzahlungen nur noch, wenn sie…
    • …einen Teil ihres Grundstücks für den Schutz der Artenvielfalt bereitstellen;
    • …ohne den Einsatz von Pestiziden produzieren;

  • …die Tiere mit selbstproduziertem Futter ernähren, damit weniger Dünger produziert wird;
  • … und Antibiotika nicht präventiv oder regelmässig verwenden.
  • Auswirkungen

    Agroscope, eine unabhängige und neutrale Institution, führte zwei Studien zu den Auswirkungen des neuen Gesetzes durch. Zum einen ermittelten sie die Auswirkungen auf die Umwelt und kamen zum Schluss, dass die Belastung der Gewässer mit Pestiziden reduziert und gleichzeitig die Biodiversität in der Schweiz leicht gesteigert werden könnte. Auf der anderen Seite würden jedoch die negativen Belastungen auf die Umwelt im Ausland durch den vermehrten Import zunehmen.

    In einer weiteren Studie ermittelten die Autoren durch verschiedene Szenarien die möglichen Konsequenzen für die Wirtschaft und Agrarstruktur. Sie halten fest, dass es gerade für intensivere Landwirtschaftsbetriebe wie Schweine- und Geflügelbetriebe profitabler sein wird, auf Direktzahlungen zu verzichten. Dadurch würden diese Betriebe zwar keine Direktzahlungen mehr erhalten, könnten im Gegenzug jedoch unter stark verminderten ökologischen Vorgaben weiterproduzieren. Die Berechnungen ergaben, dass die bereits heute intensiv bewirtschaftenden Betriebe sich noch mehr intensivieren, wohingegen extensive Betriebe sich an die neuen Anforderungen anpassen würden und noch extensiver anbauen und bewirtschaften würden. Je nach Szenario würden somit 70-92% aller offenen Ackerflächen in der Schweiz pestizidfrei bewirtschaftet werden.

    Jedoch dürfte die landwirtschaftliche Produktion sowie der Selbstversorgungsgrad rückläufig werden, weshalb vermehrt Nahrungsmittel in die Schweiz importiert werden muss.

    Schliesslich werden einhergehend mit dem Rückgang der inländischen Produktion die Preise für inländische Produkte ansteigen.

    ytitel>Argumente der Befürworter

    Ein grosses Anliegen der Initianten sind die Konsequenzen der Pestizide in unserem Trinkwasser. Demnach konsumieren eine Million Einwohner Trinkwasser, welches die Grenzwerte für Pestizide überschreite und somit unsere Gesundheit gefährde.

    Ein weiteres Argument ist das Antibiotika, welches wir durch das Trinkwasser sowie die Nahrung aufnehmen. Dadurch würde der Mensch eine Resistenz dagegen entwickeln und auf künftige medizinische Therapien nicht mehr ansprechen. Die Antibiotika gelangen via Gülle und Mist von den Tieren auf die Felder und von dort in unser Essen.

    Schliesslich heben die Befürworter die giftige Wirkung von Nitrat in unserem Trinkwasser hervor. Sie führen dies zurück auf den künstlich erhöhten Bestand der Tiere, welcher erst durch Futterimporte ermöglicht werde. In der Folge komme es zu einem Überschuss an Gülle und schliesslich zu Nitrat im Trinkwasser, wobei Nitrat als krebserregend gilt.

    Argumente der Gegner

    Gemäss den Gegnern der Trinkwasserinitiative seien bei einer Annahme rund 160'000 Arbeitsplätze in verschiedensten Branchen der Schweiz direkt betroffen. Gerade in Rand- und Bergregionen müsse man mit einem enormen Strukturwandel rechnen.

    Weiter werden Schweizer Eier, Schweinefleisch und Poulet zu Luxusprodukten oder gar ganz verschwinden. Gerade die Schweine- und Geflügelproduktion seien sehr intensiv und werden stark eingeschränkt, wodurch die Kosten in die Höhe getrieben werden.

    Der Anteil einheimischer Lebensmittel werde um 30% sinken, da das Risiko eines Ernteausfalls für die Landwirte stark steige und diese z.T. nicht bereit seien, dieses Risiko einzugehen.

    Und schliesslich argumentieren die Gegner, dass die Umweltbelastung nicht gesenkt, sondern im Gegenteil gesteigert werde. Dies, da es sich für viele Bauern mehr lohne, auf Direktzahlungen zu verzichten, sodass sie sich nur an einige wenige Vorschriften halten müssen. Dadurch werden die Fortschritte beispielsweise in der Biodiversität wettgemacht, da Bauern keine Rücksicht auf die Artenvielfalt auf ihrem Grundstück mehr nehmen.


    Literaturverzeichnis [ ein-/ausblenden ]


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