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DIE GLOBALE STEUERREFORM MEINT VOR ALLEM AUCH DIE SCHWEIZ

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Nach jah­re­lan­gen Ver­hand­lun­gen haben sich die Finanzminister der führen­den In­dus­trie­na­tio­ne​​​​​​​​​​​n, der sogenannten G9, am 5. Juni 2021 auf eine weltweite Min­dest­steuer von 15 % für Konzerne geeinigt. Diese Mindeststeuer soll neu anteilmässig in den Ländern erhoben werden, in denen der Umsatz erwirtschaftet wird. Unterstützt wird dieser Beschluss auch durch die OECD, in der die Schweiz als Mitglied prominent mitwirkt. Diese Mindeststeuer wird dem globalen Wettrennen um den niedrigsten Steuersatz ein Ende setzen. Profitieren werden davon u. a. Schwellenländer. 

Der​​​​​​​​​ Onlinehändler Amazon etwa bezahlte dank einer Tochter in Luxemburg auf seine Gewinne in der EU viel zu wenig – nämlich nichts. Das hört nun auf.

 

Steuerumgehung_Google_AmazonKopie

 

Wenig​​​​​​ begriffen haben in der Schweiz das Finanzdepartement sowie kantonale Finanzdirektoren. Sie brüten bereits darüber, wie man die neuen Regeln umgehen könnte. Die Reform wird von ihnen als Angriff aufs "Schweizer Erfolgsrezept" betrachtet. Gegen globale Mindeststeuern kämpfen auch Wirtschaftsverbände und ihre Lobbyisten.

Dafür sind Unternehmungen, die ihr Einkommen immer korrekt versteuert haben; sie erleiden durch die "kreativen" Steuervermeider bereits seit Jahren einen  "subventionierten" Konkurrenznachteil.

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11. Juni 2021

Finanzminister Ueli Maurer nimmt nicht Stellung zum Entscheid der G9. Sein Finanzdepartement windet sich so: «Die Schweiz hat diese erwartete Absichtersklärung (!) der G7 zur Kenntnis genommen. Für die Schweiz steht das Gesamtpaket der wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen für den eigenen Standort im Zentrum. So oder so wird die Schweiz die nötigen Massnahmen ergreifen, um weiterhin ein hochattraktiver Wirtschaftsstandort zu sein.» – Im Klartext: Man hält nichts von dieser globalen Steuerreform und wird die Konzerne weiterhin in Watte verpacken. Switzerland first.

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